Die Kraniche ziehen
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Sales Rank: 4622
Seitenverhältnis: 4:3
Publikumsbewertung: Freigegeben ab 12 Jahren
Bindung: DVD
EAN: 4028951194032
Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
Label: Icestorm Entertainment GmbH
Hersteller: Icestorm Entertainment GmbH
Anzahl: 1
Herausgeber: Icestorm Entertainment GmbH
Regionaler Code: 2
Erscheinungsdatum: September 15, 2005
Laufende Time: 91 Minuten
Studio: Icestorm Entertainment GmbH
Kino-Start: 1957
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Ein Meisterwerk – aufwühlend, kraftvoll und schön
Michail Kalatosow hat mit Kraniche ziehen ein Meisterwerk geschaffen, das 1957 die goldene Palme in Cannes gewonnen hat und einer der ganz wenigen Welterfolge des Sowiet-Kinos der Nachkriegszeit wurde.
Zur Geschichte: Kraniche ziehen ist die Geschichte einer Liebe, die am Krieg zerbricht und zuletzt aber zeigt, das die Liebe an sich unvergänglich ist. Moskau am Vorabend des Überfalls Deutschland auf die Sowietunion: Kaum haben sich Veronika (meisterhaft dargestellt von Tatjana Samoilowa) und der junge Techniker Boris ineinander verliebt, tritt der er 1941 freiwillig der Roten Armee bei und geht bei Kriegsausbruch an die Front. Vergeblich wartet Veronika auf ein Lebenszeichen von ihm. Während eines Bombenangriffs verliert das Mädchen auf drastische Weise ihre Eltern und ihr Zuhause. Die Familie von Boris nimmt Veronika auf. Mark, Boris Bruder, ein zwielichtiger Musiker, versucht Veronika zu verführen. In einer furchtbaren Bombennacht gibt sich das Mädchen Mark schließlich hin und heiratet ihn wenig später. Die Ehe wird jedoch von den Erinnerungen an Boris und der Unaufrichtigkeit Mark’s überschattet, so dass sich Veronika schließlich wieder von ihrem Mann trennt. Bis zum Ende des Krieges glaubt sie fest, dass Boris zurückkommen werde. Als sein Tod zur Gewissheit wird, schenkt sie ihre ganze Liebe einem kleinen Waisenjungen, dem sie zufällig das Leben gerettet hat.
Zu den visuellen Qualitäten des Films: Kalatosow und sein Kameramann Sergei Urussewski erweisen sich als Meister der Photografie und des raffinierten Schnittes. Der Film – in SW gedreht – schwelgt einerseits in romantischen Grautönen, brilliert aber gleichzeitig durch verwegene Kamerafahrten und furiose Montagen. Kalatosow versteht es meisterhaft schon zu Beginn des Films durch rafinierte Metonymien das heraufkommende Unglück des Krieges zu verbildlichen: So trennen bspw. einmal Panzersperren das junge unbeschwerte Liebespaar, bei der Abreise Boris an die Front versperrt ein Zaun Veronika den Weg zu ihrem Geliebten. Überwältigend ist auch das Wechselspiel von Tempo und bewusster Verzögerung der Bilderflut, die Kalatosow gezielt einsetzt, um dem Film besondere Kraft zu verleihen.
Zur DVD: Leider handelt es sich hier wieder einmal um eine ICESTORM Edition aus alten Defa Beständen: D.h. es gibt keine russische Originaltonspur und nur sehr magere Extras, auch hat die digitale Aufbereitung des Filmmaterials ist wenig überzeugend.
Fazit: Kraniche ziehen ist ein (zumindest im deutschsprachigem Raum) zu unrecht in Vergessenheit geratener Meilenstein der Filmgeschichte, der in keiner anspruchsvollen DVD Sammlung fehlten sollte. Die vorliegende Edition hat zwar einige (kleine) Schönheitsfehler, ist aber dennoch eine klare Kaufempfehlung.